LG Geopark Januar 2026: Parkschüler als SAV-Wegewart-Praktikanten

Eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen die Mitglieder der Lerngemeinschaft Geopark Schwäbische Alb. Im Rahmen einer kleinen Wanderrunde durften die Schülerinnen und Schüler die Wegewarte der Ortsgruppe Essingen Angelika und Jakob Tittl bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit aktiv unterstützen.

Beim Schwäbischen Albverein gibt es insgesamt knapp 700 Ehrenamtliche, die sich der Pflege der Wanderwege widmen. Bewaffnet mit Schneidwerkzeug, Wegmarken, Hammer, Nägel, Farbe und Pinsel sind sie auf „ihren“ Wegabschnitten unterwegs. Dabei gilt es Wegmarken freizuschneiden, aber auch neue anzubringen. Die Anbringung erfordert Fingerspitzengefühl, denn man muss sich dabei als Ortskundiger in die Denkweise eines ortsunkundigen Wanderers versetzen. Immer mit dem Ziel, den Wanderer klar und unzweifelhaft zu leiten und ihm dadurch eine genussreiche Wanderung auf den Wanderwegen des Schwäbischen Albvereins zu ermöglichen.

Dieses Mal mussten auf dem Weg zum Aussichtspunkt ‚Lupe‘ auf dem Stürzel hoch über Essingen einige Wegzeichen ergänzt, erneuert oder freigeschnitten werden. Die jungen SAV-Praktikanten waren mit Feuereifer bei der Sache und durften natürlich auch selber Hand anlegen. In einer App hatte Wegewartin Angelika Tittl die fehlenden Zeichen bei einer ihrer vielen Inspektionsmärsche durch die Gemarkung Essingen erfasst und lokalisiert. Zunächst musste von den Schülern der Baum bzw seine Rinde mit einer groben Stahlbürste gesäubert und geglättet werden. Dann wurde das viereckige Markierungsschild mit dem Symbol einer blauen Schleife und der Aufschrift ‚ES2 Ostalbblick‘ mit Hilfe eines speziellen, witterungsbeständigen Klebstoffs in einer Kartusche auf einer vorbereiteten imprägnierte Holzunterlage befestigt. Während man die Wegzeichen früher an gut sichtbaren Stellen meist an die Bäume genagelt hat, benutzt man heute dazu lieber solchen Kleber. Dadurch werden zum einen Schäden an der Borke der Bäume vermieden, außerdem wird der Wert des Holzes nicht durch Nägel oder Schrauben gemindert, falls er später einmal an ein Sägewerk verkauft wird. Dank einer weiteren großen Portion von ‚Jakobs Spezialkleber‘ und viel Druck konnte die neue Wegmarkierung anschließend an den Bäumen angebracht und ausgerichtet werden. Im einen oder anderer Fall mussten die Wegewarte auch zur Handsäge und zum Akku-Freischneider greifen, wenn nachgewachsene Äste die Sicht auf die Markierungen beeinträchtigt hatten.

Zur Belohnung für die fleißigen Praktikanten durften sich durch die ‚Lupe‘ den Blick auf Essingen und Aalen genießen. Wenn man auch sagen muss, dass der auf der Wegmarke angekündigte ‚Ostalbblick‘ an diesem eher trüben Winternachmittag im Januar nur sehr bedingt vergnügungssteuerpflichtig war.
Jochen A. Haag