Kl. 4-6 und 1-3 im Theater: Besuch bei Ox & Esel im Aalener Kulturbahnhof

Während die Essinger Parkschüler im vergangenen Jahr pandemiebedingt noch schweren Herzens auf die liebgewonnene weihnachtliche Theaterfahrt verzichten mussten, ließ man sich in diesem Jahr nicht mehr abschrecken. So führte der traditionelle Programmpunkt im Jahreskalender die Primar- und Sekundarschüler erstmals in die Räumlichkeiten des beeindruckenden Aalener Kulturbahnhofs, wo man sich trotz aller Widrigkeiten (natürlich coronakonform) einer eher außergewöhnlichen Interpretation der Weihnachtsgeschichte hingeben durfte.

Dank vorbildlicher Vorbereitung durch die Mitarbeiter des Stadttheaters und der Lehrkräfte der Parkschüler pilgerten insgesamt über 200 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-6 in den neuen Aalener Kulturtempel und genossen, das von Norbert Ebel verfasste und von Winfried Tobias inszenierte Stück 'Ox & Esel - eine Art Krippenspiel' in dieser Schulwoche in zwei Aufführungen.

Anne Klöcker und Philipp Dürschmied verkörpern mit überzeugendem Spiel darin einen Esel und einen Ochsen, die in der Futterkrippe ihres Stalls ein Menschenkind finden, mit dem sie zunächst überhaupt nichts anzufangen wissen und das sie am liebsten schnell wieder los werden würden. Mit einer großen Portion Wortwitz, lustigen Slapstick- und Klamaukeinlagen, aber auch einer nicht unerheblichen Prise Gefühl und kreativen Gesangseinlagen, erörtern die beiden Protagonisten, wie mit dem ungebetenen Gast umgegangen werden soll. Je länger das Stück dauert, schließen die beiden ungewöhnlichen Pflegeeltern das Kind mehr und mehr in ihr Herz, lassen ihm die notwendige Fürsorge zukommen und beschützen es schließlich sogar vor den anrückenden Soldaten des 'Herrn Rodes', deren unredliche Absichten der Allgemeinheit hinlänglich bekannt sind. Auch Theatermusiker und Alleskönner Axel Nagel bringt sich wie gewohnt aktiv in die Aufführung ein. Neben der musikalischen Untermalung gibt er dem Waisenkind die notwendige Stimme und sorgt für einen Vielzahl von Geräuschen. Besser gesagt er brabbelt, sabbert, rülpst und furzt und artikuliert auf diese Art und Weise die Bedürfnisse des geheimnisvollen, kleinen Gastes im Viehstall.

Dies sorgt natürlich auch bei den Gemeinschaftsschülern für allerhand Lacher und mündet in ein emotionales Happy-End, das die Essinger Schülerinnen und Schüler vor lauter Rührung, erkennbarem Staunen und unverhohlener Begeisterung beinahe verpasst hätten!

Jochen Haag