Das Marketingkonzept
Marktforschung
Zur Entscheidung, welche Produkte wir verkaufen sollten, trugen
viele Faktoren bei:
-
geringe
Investitionen: bereits im Schuljahr 2005/2006, wurden von
der Schule, aufgrund der neu initiierten Garten-AG, Gerätschaften
für den Gartenbau sowie Pflanzschalen angeschafft.
-
Arbeitskraft und
Kapital: Schüler und Schülerinnen sind in Arbeitsabläufe
im Gartenjahr involviert und haben Kapital durch den Verkauf von
diversen Gemüsesorten erwirtschaftet. Dieses Geld reichte
aus, um das Saatgut zu bestellen.
- Wettbewerb: besondere Chili-Pflanzen und
Tomaten-Sorten gibt es in dieser Produktvielfalt nirgends zu kaufen
(Nachforschungen im Bauhaus, Gärtnereien, Dehner..).
Lediglich über das Internet sind Bestellungen möglich.
Diese Gemüsepflanzen finden aber in der Öffentlichkeit reißenden
Absatz (Umfrage bei Lehrern, Eltern, Freunden und Bekannten).
- Verkaufszeitpunkt: Die „SchlossgARTenschau“ im Schloss
Hohenroden (1,5 km von Essingen entfernt, jeweils am ersten
Juniwochenende) schien uns ideal für den Verkauf, zumal die
anderen Aussteller andere Produkte anbieten. Die Gartenausstellung
zog im letzten Jahr ca. 10 000 Besucher an. Hier sahen wir
potenzielle Käufer unserer Chili- und Tomatenpflanzen.
- Unterstützung: Personelle und tatkräftige Unterstützung
durch den Förderverein der Schule.
Positionierung
Für uns war das Entscheidende, das richtige Produkt auszuwählen.
Wir wollten an unsere Erfahrungen aus der Arbeit im Gartenbau
anknüpfen aber gleichzeitig solche Gemüsesorten auswählen, die die
anderen Gärtnereien nicht vertreiben, um nicht in Konkurrenz zu
ihnen zu treten. Die Gärtnereien vor Ort unterstützen unsere Arbeit
im Schulgarten sehr.
Einige Rahmenbedingungen mussten im Vorfeld abgeklärt
werden:
- Finanzierung des Produkts: Das Saatgut, die
Pflanzerde und die Töpfe zum Umtopfen musste aus dem
erwirtschafteten Kapital bezahlt werden.
- Qualität des Produkts: Im Vordergrund stand für uns
die Verwendung von biologischem Humus, der Verzicht auf den Einsatz
von Kunstdünger oder Spritzmitteln sowie die sorgfältige
Pflege der Pflanzen. So wollten wir wettbewerbsfähig gegenüber dem
Pflanzenangebot anderer Firmen/Gärtnereien in der Umgebung zu
sein.
Genauso wichtig wie eine breite Produktpalette sind
gute Produktkenntnisse, um den Kunden individuell zu beraten
und von dem Produkt zu überzeugen.
- Raumbedarf: Die Chilipflanzen beanspruchten
gleichmäßige, warme Temperaturen und mussten in einem
Gewächshaus, das uns der Schulleiter kostenlos zur Verfügung
stellte, untergebracht werden. Die Tomatenpflanzen wurden an
einem sonnigen Platz an der Fensterbank eines leeren
Klassenzimmers vorgezogen und durften Mitte Mai in ihren
Schalen an eine geschützte Stelle im Schulgarten.
Seit Frühjahr 2009 besitzt die Schülerfirma ein
eigenes Gewächshaus. Hierfür wurde bei der Gemeinde Essingen
ein Kredit aufgenommen, der mit den erwirtschafteten
Einnahmen zurückgezahlt wird.
- Zeitmanagement: Wir verpachteten Teile des
Schulgartens an andere Schulklassen kostenlos und schlossen mit
ihnen Arbeitsverträge ab, um mehr Zeit für unser Tomaten- und
Chili-Projekt zu haben.
Alle Mitglieder der Schülerfirma übernahmen in der Mittagspause
zusätzliche „Pflegedienste“ (Umtopfen der Pflanzen, gießen,
Vorbereitungen der Vertriebsstrategien...)